| VOG:
Multinational im Goldenen Zeitalter |
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Die
Vereinigte Ostindische Gesellschaft wurde 1602 mit dem Zweck gegründet,
Schiffe im Pfeffer- und Gewürzhandel nach Asien zu schicken. Sie
bestand aus sechs Niederlassungen in Amsterdam, Seeland, Rotterdam,
Delft, Hoorn und Enkhuizen, jede mit einem eigenen Kollegium von Direktoren.
Die Hauptverwaltung bestand aus Vorstandsmitgliedern der sechs Niederlassungen,
den "Siebzehn Herren".
Die VOG wurde zu einer multinationalen Gesellschaft mit Niederlassungen in Dutzenden von asiatischen Ländern. Mitte des 18. Jahrhunderts beschäftigte die VOG 25 000 Menschen, ca. 3000 davon in den Niederlanden. Sie baute ihre eigenen Schiffe, insgesamt ungefähr 1500, die zusammen rund 5000 Reisen nach Asien unternahmen. Es wurde ein Netzwerk von Handelsniederlassungen errichtet, das vom Persischen Golf bis an das Chinesische Meer reichte. Um 1725 verdienten die meisten Menschen in Hoorn ihr Geld als Seefahrer (unter anderem auf VOG-Schiffen), auf Schiffswerften, als Segelmacher, Taudreher oder in Lagerhäusern. Das VOG-Zimmer im "Westfries Museum" erinnert an die Zeit dieser Männer. Zu ihrer Zeit versammelten sie sich in diesem Gebäude am "Rode Steen" (Roter Stein) in Hoorn, im "Statencollege" mit seiner Prunkfassade. Auf dem Platz "Rode Steen", benannt nach dem Platz wo Hinrichtungen stattfanden, ist auch die "Waag" (Waage) bemerkenswert. Drinnen hängt noch die große Wiegeeinrichtung mit der früher unter Aufsicht der Stadt Hoorn Güter gewogen wurden. Dies war nörig, denn es gab viel Betrug mit Maßen und Gewichten. Auf den Fassaden der drei Häuser aus dem 17. Jahrhundert im "Slapershaven" ist auf einem Relief die "Bossu"-Seeschlacht dargestellt, der Kampf von 1573 zwischen der spanischen Flotte und der Geusenflotte. Nirgendwo in Hoorn kann man so in der Zeit zurückreisen wie an der "Veermanskade". Hier legten vom 17. bis in dieses Jahrhundert die Fährschiffe an, die zwischen Amsterdam und Hoorn verkehrten. Längs der Kade stehen wundervolle Kaufmannswohnungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die Fassaden mit ihren schmalen vertikalen Fensterchen vom Alter nach vorn und nach hinten gebeugt. Neben dem "Hoofdtoren" (Hauptturm) schaut die Standbildgruppe "De scheepsjongens van Bontekoe" (Die Schiffsjungen von Bontekoe) über den Osthafen "nach See". Sie sind eine Arbeit nach den Tagebüchern des Willem IJsbrantszoon Bontekoe, die er im 17. Jahrhundert während seiner Indienreisen für die VOG schrieb. Seine "Denkwürdige Beschreibung einer Ostindien-Reise" erschien 1646 und wurde ein Bestseller. Der berühmte Seefahrer wohnte im Haus Veermanskade nr. 15, erkennbar an der Kuh auf der Fassade. Die VOG ging an schlechter Leitung, Korruption und Schulden zugrunde und wurde am 31.12.1799 offiziell aufgelöst. |
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